Einen Versuch ists ja wert.

Umgetauscht wird bei uns jeden Tag. Gegen Gutschein, gegen andere Ware oder gegen Bares. Je nach Situation. Ab und an nehmen wir auch Ware zurück, wenn der Kunde keinen Bon hat.

Folgende Situation hatten wir gestern:

Kunde: "Ich will ein Buch umtauschen."
Kollegin: "Haben Sie den Kassenzettel noch?"
Kunde: "Nein."
Kollegin: "Was für ein Buch ist das denn?"
Kunde kramt Buch aus einer Tüte aus unserem Laden.
Kollegin: "Das haben Sie aber nicht bei uns gekauft."
Kunde(keift): "Doch! Hab ich wohl!"
Kollegin: "Nein, dieses Buch hatten wir noch nie im Sortiment.
Kollegin zeigt dem Kunden, dass das Buch nicht in unserem System ist.
Kunde: "Ich hab' das hier gekauft! Das ist so! Das ist doch in ihrer Tüte! Ungeheuerlich!"

Na dann stecken Sie das Buch mal in eine andere Tüte und versuchen Sie es da. In unser Sortiment passt das Buch einfach nicht.

Deutschland wurde heute...

...erweitert! Und zwar um eine neue Stadt.

Kundin (wedelt mit einem Heimatbildband): "Können Sie mir den verpacken?"
Ich: "Ja sicher doch."
Kundin: "Der geht nach Süddeutschland. Dann können die mal sehen, wie schön das hier ist."
Ich: "Ja, unsere Stadt muss sich sicher nicht verstecken."
Kundin: "Finde ich auch. Der Bildband geht nach Wien!"

Süddeutschland... Wien... Ja, nee, is' klaaa'!

Zum Heulen

Langsam müssten wir ernsthaft über etwas nachdenken: Sollen wir unsere Bücher künftig nurnoch in Glasvitrinen präsentieren? Denn von sowas haben wir langsam echt genug. "Mal eben kurz anlesen" ist eine Sache, aber ZERLESEN eine ganz andere.

Stößt das jetzt nur mir bitter auf?

Irgendwie schon mal dagewesen...

...ist diese Situation. Und nicht nur ein oder zwei Mal.

Mutter schaut sich einen Bildband in der Heimatabteilung an. Ihr Töchterchen hockt neben ihr auf dem Boden, hat über ein Knie einen weiteren Bildband gelegt, so dass der Buchrücken so richtig schön durchgebogen ist, und "schiebt" mit einer Hand die Seiten um während sie in der anderen ein Eis hält.

Ich: "Entschuldigung... würdest du das Buch bitte auf eine feste Unterlage legen, wenn du es dir ansiehst?" Mir wäre eigentlich eher nach "Kind den Bildband entreißen und das arme Buch in Sicherheit bringen" gewesen.

Mutter: "Komm, wir gehen. Wenn man sich hier nicht mal die Bücher ansehen darf!" (knallt Buch auf Auslage und stürmt davon.)

Und ich wette, ich werde diese Situation noch etliche Male erleben dürfen.

Etwas spät.

Wir haben Juli 2010. Nicht Januar. Und auch nicht Februar.

Kunde: "Wo haben Sie hier die Taschenkalender für 2010?"
Kollegin: "2010? Nächsten Monat haben wir welche für 2011. Für 2010 haben wir keine mehr."
Kunde: "Unerhört! Wir haben doch noch 2010, da muss es doch auch noch Kalender für geben!"

Irgendwann ist der Zug abgefahren. Sorry.

Die Not mit dem stillen Örtchen

Wir sind nur ein kleiner Buchladen in einem großen Center. Und kleine Buchläden haben nunmal nicht für alles Platz. Auch nicht, für einige nötige Dinge.

Kundin: "Wo sind hier die Toiletten?"
Ich: "Aus dem Laden raus, dann links herum und auf der linken Seite."
Kundin (pampig) : "Und hier sind jetzt keine oder wie?"
Ich: "Nein, wir haben keine eigenen Toiletten."
Kundin: "Aha. Und wo gehen Sie?"
Ich: "Auch auf die Centertoiletten."
Kundin: "Das glauben Sie ja wohl selbst nicht. Verarschen kann ich mich alleine. Unverschämtheit."

Nein, ich glaube nicht nur, dass wir keine eigenen Toiletten haben, ich weiß es sogar. Wir sind froh, dass wir den Platz gefunden haben, eine Kaffeemaschine aufzustellen.

Der Bagger-Opa

Nach unserem Umbau haben wir noch immer keine neuen Sitzgelegenheiten. Es herrscht noch immer Unstimmigkeit über Preis und Farbe. Daher häufen sich momentan die Anfragen nach einer Sitzecke.

Opa: "Haben Sie hier keine Sitzgelegenheiten mehr?"
Ich: "Nein tut mir leid. Derzeit noch nicht. Aber bald bekommen wir eine schöne Sitzecke."
Opa: "Kann ich dann darauf auch eine halbe Stunde mit Ihnen knutschen?"

Öhm... nö... eher nicht.