Schon mal ein...

..."Wasgehtdennhierabgesicht" gesehen? Nicht? -Also in meinem alten Laden hättet ihr die Gelegenheit gehabt. Dort ereignete sich nämlich etwas, was ich nur mit diesem Gesichtsausdruck begleiten konnte. Es war einer der wenigen Momente, in denen ich fast sprachlos war.

Es begann schon an der Postkartensäule. Zwei Herren, um die 50, im Anzug und auch sonst recht kultiviert aussehend, drehten, kurbelten und ruckten an dem armen Kartenständer, als wäre er ein Kickertisch. Schon dort war zu sehen, dass sich die beiden Herren nicht wirklich "grün" waren. Ganz nach dem Motto: "Mein Kartenständer, hier drehe ich!"- "Nein! Meiner!"
Die Szene war schon irgendwie lustig anzuschauen. Besser wurde es allerdings, als die beiden Männer im gleichen Moment die Postkarte ihres Begehrs gefunden hatten und die Kasse ansteuerten. Das hat man sich in etwa wie ein illegales Autorennen vorzustellen. Nur diskreter. Jeder will den anderen überholen, allerdings streng darauf bedacht, die Lässigkeit und Gleichgültigkeit nicht zu verlieren.
Natürlich wurde niemand "Sieger" und so kam es, dass beide gleichzeitig ihre Postkarte auf den Kassentresen donnerten (wunderbar männlich!).
Ich (irgendwo zwischen amüsiert und irritiert): "Wer von Ihnen bekommt zuerst?"
Herr 1: "Na ich natürlich."
Herr 2: "Ist ja gar nicht wahr. Unverschämtheit!"
Herr 1: "Wieso unverschämt? Ich war schließlich zuerst da!"
Herr 2: " Das ist ja unerhört! Wenn ich hier nicht zuerst bedient werde, kaufe ich hier nie mehr ein!"
Herr 1: "Ach so ist das. Na das nehme ich Ihnen doch gerne ab."
Der Mann schnappte sich die Postkarte, stürmte in Richtung Ausgang, stopfte die Karte zurück in den Ständer und ward nicht mehr gesehen.

Tja, und da war es dann. Das "Wasgehtdennhierabgesicht". Leute gibt's.... ^-^

Wieder mal...

...Titelwirrwarr. Heute bescherte mir eine ältere Dame einen kurzen Moment des Grübelns.

Ältere Dame: "Ja guten Tach. Ich such' das neue Kaminkochbuch."
Ich: "Kaminkochbuch?"
Ältere Dame: "Jaja, das wir in so einer Talkshow vorgestellt worden."
Ich (leise Ahnung): "Meinen Sie vielleicht  das Buch >Küche totalitär< von Kaminer?"
Ältere Dame (ganz begeistert): "Jaja, sach ich doch. Genau das mein' ich!"

Ganz witzig fand ich auch den Titel, den eine Kundin vor etwa einer Woche suchte.

Kundin: "Ich möchte gern das Buch >Weil ich ein Affe bin< bei Ihnen bestellen."
Ich (nach Suche im Katalog): "Tut mir Leid, den Titel kann ich nicht finden. Sind sie sicher, dass das Buch so heißt?"
Kundin: "Ja, ganz sicher. Ich habe mir das von einer Freundin ausgeliehen und will das jetzt selber haben."
Ich: "Worum geht es denn in dem Buch?"
Kundin erzählt, was ihr noch einfällt.
Kollegin (quasi die Stimme aus dem Aus): "Oh! Sie haben >Weil ich ein Alien bin< von Hayden gelesen? Klasse Buch!"

Alien... Affe.... kann ja mal passieren ^^

Lustiges Telefonat

Da wir Bestellungen auch telefonisch annehmen, bleibt es nicht aus, dass es auch dabei hin und wieder zu lustigen Situationen kommt.
So wie in diesem Fall:

Telefon klingelt und ich gehe ran.
Kunde: "Guten Tag. F. mein Name. Ich rufe aus Deutschland an."
Ich (leicht verwirrt): "Äh, ja... was kann ich für Sie tun?"
Kunde: "Ja, ich habe hier einen alten Gasmotor, den würde ich gerne in mein Auto einbauen lassen. Und jeder sagt mir, dass das nicht geht."
Ich (Noch verwirrter. Was möchte der Kunde? Eine Bauanleitung? Ein Buch zu Gasmotoren?): "Ja, und womit kann ich Ihnen jetzt helfen?"
Kunde: "Ja, ich wollte Sie fragen, ob Sie mir den einbauen können."
Ich (Ha! Endlich ist der Groschen gefallen!): "Ich glaube nicht, dass ich Ihnen eine große Hilfe wäre. Ich bin Buchhändlerin und ich habe von Autos leider nicht die geringste Ahnung. Ich schätze, Sie haben sich verwählt."
Pause
Kunde: "Oh... und ich hatte mich schon gewundert, warum Sie auf deutsch antworten..."

Warum hat mir Cheffe beim Einstellungsgespräch nicht gesagt, dass ich eine KFZ-Ausbildung brauche?!

"Würden Sie mir das....

....vielleicht einpacken?" Warum, bitteschön, antworte ich auf diese Frage eigentlich automatisch mit "Klar, kein Problem."?!
Wenn ich gut darstehen soll, dann schreibe ich jetzt, dass ich das aus Servicebewusstsein mache. Wenn ich ehrlich sein soll, dann wohl nur, weil ich so dusselig bin, dass ich einfach nichts dazulerne.
Versteht mich nicht falsch, ich packe echt gerne Bücher ein. Die Betonung liegt jetzt auf Bücher!
Bei solchen Sachen stehen mir aber irgendwann die Haare ab:

Kundin: "Die hätt' ich dann jetzt auch gerne als Geschenk eingepackt."
Ich (dusselig, wie immer): "Klar, kein Problem."

Kundin schmeißt 5 Pixi-Heftchen auf den Tisch. (Für die, die mit Pixi-Büchern nichts anfangen können: Das sind 10 Seiten starke, 10cmx10cm große kleine Heftchen für Kinder und kosten 0,95€ )

Kundin: "Aber einzeln.... und mit Schleifchen!!"
Ich (schon leicht "grrrrpffz"): "Ja sicher, mache ich."

Ich packe dann brav und äusserst servicebewusst die Pixis ein. Einzeln natürlich und mich Schleifchen und jaaaaaahaaaaaa, natürlich habe ich den ollen Preis abgemacht.

Kundin: "Ohhhhhh, Sie haben da ja noch anderes Papier. Das hätte ich viel lieber. Könnten Sie vielleicht doch lieber dieses Papier nehmen?"
Ich (schon stärker "grrrrpffz"): "Ja, natürlich. Wie Sie wollen."

Packe also die anderen Pixis wieder aus und beginne das ganze Theater noch mal von vorn. Einzeln und mich Schleifchen. Nein, das habe ich nicht vergessen. und auch den Preis nicht!! Zum Abschluß klebe ich auf jedes Päckchen einen Aufkleber unseres Hauses.

Kundin: "Ne, also das können Sie gleich wieder abmontieren. Das möchte ich da nicht drauf haben!"
Ich: "Das machen wir aber immer so. Dafür, dass wir das kostenlos für Sie einpacken, kommt eben ein Aufkleber von uns drauf."
Kundin: "Das will ich aber nicht. Ein Kunde muss sich das aber aussuchen können, ob er so einen Aufkleber überhaupt will. Da hätten Sie aber vorher fragen müssen. Sowas gehört zum Service!"
Ich: "Uns kostet das Papier Geld, deswegen kleben wir da als Werbung unser Logo drauf. Irgendwie müssen wir die Kosten ja auch wieder reinkriegen."
Kundin: "Tze, was kostet denn schon so ein Bogen Papier!"
Ich(langsam echt entnervt): "Also wenn Sie den bei uns von der Stange kaufen, dann kostet er Sie 1,80€. Dann packen wir Ihnen das auch ohne Aufkleber ein."
Kundin: "Frechheit, wirklich."

Ja, 'tschuldigung. Wirklich frech von uns, den Nippeskram so einzupacken, dass er uns garnichts mehr einbringt und dann auch noch einen Aufkleber von uns drauf zu machen. Wir sind echt sowas von frech.

Um es mit den Worten meiner Kollegin zu sagen: Es gab Zeiten, da wäre den Kunden so ein Verhalten peinlich gewesen.

Wie niedlich...

...meine Lieblingsomi ist, hat sich heute wieder bestätigt.
Die Dame, der ich bereits hier einen Eintrag gewidmet habe, hat heute wieder angerufen. Sie hat mich wiedererkannt, wusste meinen Namen und sogar, dass ich im Januar geheiratet habe.
Ich war total perplex! Dafür konnte ich mich damit revanchieren, dass ich noch wusste wie sie heißt, wo sie wohnt und was sie damals bestellt hatte. Irre, wie schnell man Leute liebgewinnt, obwohl man nur mit ihnen telefoniert.

Liebe Frau S., da Sie an's Bett gefesselt sind, werde ich Sie wohl nie "live" erleben, aber wenn ihr Buchabholdienst mal keine Zeit hat, bringe ich Ihnen die Bücher persönlich vorbei!

Hach, Omis... ich liebe sie!

Mir komplett unbekannt...

...war das Produkt, dass ein Kunde heute vergeblich bei uns suchte.

Kunde: "Ham' Sie Gartolarium?"
Ich: "Gartolarium? Das sagt mir jetzt nichts. Was soll das denn sein?"
Kunde: "Na sonnen Kalender für den Garten halt."
Ich: "Ein Aussaatkalender?"
Kunde: "Ne, ein Gartolarium halt."

Mir sagte Gartolarium nichts. Auch Libri, Wiki und Google halfen mir nicht. Klingelt es bei euch? Ich musste passen.

Rumms, Klopf, ...

...Klopf, Rumms, Klopf.... diese Geräusche in einer Buchhandlung lassen einen aufhorchen. Besonders dann, wenn man selbst und alle anderen Kollegen nicht die Verursacher sind. Irritiert sieht man sich an und begibt sich auf Aufklärungstour.
Und was findet man?
Na klar, einen Kunden, was sonst. Bemerkenswerter ist dann doch schon die Tätigkeit des netten jungen Herrn: Bücher gegen eine Regalkante schlagen.
Ja, richtig gelesen: Bücher demolieren, vermacken, zerstören, misshandeln...

Die erste Reaktion wäre normalerweise, dem Guten gleich die Ohren vom Stamm zu hauen und ihn anschließend mit einem 30-bändigen Brockhaus zu steinigen.
In diesem Falle dominierte aber die Neugier. Wieso tut der Typ das? Gründe gäbe es einige: Eine Spinne auf dem Regal muss vielleicht erschlagen werden, möglicherweise stand auch irgendwo ein Nagel raus.... oder das Buch ist einfach scheiße... was kann es sonst sein?

Es dauerte auch nicht sehr lange, bis der junge Mann an die Kasse kam. Er legte die vermackten Bücher auf den Tresen und zückte sein Portemonnaie.
Wir wollten uns grade bei ihm entschuldigen, dass wir ihn fast unschuldigerweise gebrockhaust hätten, als:

Kunde: "Die Bücher sind ja hier und hier und hier schon etwas beschädigt. Bekomme ich da Rabatt?"

Ich dacht' ich krieg dir Tür nicht zu. Sowas Unverfrorenes!
Um es kurz zu machen: Er wurde darauf aufmerksam gemacht, dass seine Aktion beobachtet wurde und er froh sein kann, dass er die Bücher kaufen darf (natürlich zum vollen Preis!!!) um sich dann schleunigst zu verziehen. Das tat er dann auch zügig.

Gut für ihn, denn der Brockhaus war schon im Anschlag.